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B2B

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Atradius-Umfrage: Zahlungsverzug belastet Firmen immer stärker

in Unternehmen, Finanzen
Lesedauer: 3 min.

Späte Zahlungen und zunehmende Forderungsausfälle bringen viele deutsche Unternehmen immer stärker in Bedrängnis. Die schwache Konjunktur verschärft die Lage zusätzlich und wirkt sich direkt auf Liquidität und Lieferketten aus. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer für Deutschland. Nach Einschätzung von Frank Liebold, Country Director Deutschland beim Kreditversicherer Atradius, ist der Druck hierzulande besonders hoch, weil deutsche Unternehmen in starkem Maß auf Bankfinanzierungen angewiesen sind.

Da Bankkredite teuer bleiben, gewinnen Lieferantenkredite für die Unternehmensfinanzierung weiter an Bedeutung. Dennoch zeigt sich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern Westeuropas zurückhaltend. Nur 35 Prozent der B2B-Verkäufe erfolgen hier auf Kredit, während der Durchschnitt in Westeuropa bei 52 Prozent liegt. Wenn Käufer ihr eigenes Kapital früher einsetzen müssen, erhöht das nach Einschätzung von Atradius den Druck auf das Betriebskapital und schwächt die Liquidität. Um sich selbst abzusichern, begrenzen viele Anbieter ihre Zahlungsziele deshalb auf höchstens 30 Tage.

Die Folgen sind entlang der gesamten Lieferkette spürbar. Inzwischen berichten 87 Prozent der deutschen Unternehmen von Zahlungsverzögerungen im Geschäft mit anderen Unternehmen. Das ist deutlich mehr als im westeuropäischen Durchschnitt, der bei 77 Prozent liegt. Längere Zahlungszyklen führen in mehreren Branchen zu längeren Forderungslaufzeiten und erschweren eine verlässliche Planung des Cashflows. Mit wachsendem Liquiditätsdruck steigt zugleich das Insolvenzrisiko und damit auch die Gefahr von Forderungsausfällen, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie für stark verschuldete Betriebe.

Zehn Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Forderungsausfälle inzwischen mindestens fünf Prozent ihres gesamten B2B-Rechnungsvolumens ausmachen. Das hat nach Einschätzung von Atradius erhebliche Folgen für die Rentabilität. Als häufigste Gründe für verspätete Zahlungen nannten die Unternehmen Liquiditätsprobleme bei ihren Kunden, interne Verzögerungen bei Freigaben, Verzögerungen aufseiten der Banken sowie komplizierte Zahlungsprozesse. Rund 21 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Zahlungsrisikos ihrer eigenen Kunden selbst Zahlungen an Lieferanten hinauszögern müssten.

Unternehmen rechnen nicht mit schneller Entspannung

Mit Blick auf die Jahre 2026 und 2027 ist das Vertrauen in eine baldige Verbesserung gering, vor allem in Industrie und Handel. Da Zahlungsverzögerungen in Deutschland inzwischen verbreiteter sind als im übrigen Westeuropa, erwarten viele Unternehmen keine rasche Normalisierung des Zahlungsverhaltens im B2B-Geschäft. Stattdessen gehen sie davon aus, dass sich Liquiditätsengpässe in den kommenden Monaten weiter verschärfen werden.

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Als zusätzliche Belastungsfaktoren gelten aus Sicht von Atradius der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Krise im Nahen Osten, geopolitische Spannungen allgemein sowie abrupte handelspolitische Richtungswechsel. Besonders exportorientierte Unternehmen sehen sich dadurch einer wachsenden Unsicherheit ausgesetzt.

Vor diesem Hintergrund dürfte das Risiko von Zahlungsausfällen in Deutschland hoch bleiben. Nach Einschätzung von Frank Liebold gibt es bislang keine klaren Anzeichen dafür, dass sich diese Entwicklung abschwächt. Deutschland stehe weiterhin unter erheblichem Druck, weil die hohe Zahl an Insolvenzen das wirtschaftliche Umfeld stark belaste.

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Erwartungen der Unternehmen wider. 34 Prozent der Befragten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen. Weitere 52 Prozent gehen immerhin davon aus, dass das Risiko auf dem bereits erhöhten Niveau verharren wird.

Lieferketten geraten zusätzlich unter Druck

Steigende Insolvenzerwartungen erhöhen den Druck entlang der Lieferketten zusätzlich. Wirtschaftlich schwächere Unternehmen dürften immer weniger in der Lage sein, Zahlungsverzögerungen auszugleichen. Dadurch gewinnt ein konsequentes Cash-Management weiter an Bedeutung. Gleichzeitig begrenzen wirtschaftliche und handelspolitische Unsicherheiten die Chancen auf eine Erholung der Margen, auch wenn sich bei der Nachfrage erste Stabilisierungstendenzen zeigen.

Im Vergleich dazu wirkt die Stimmung in Westeuropa etwas optimistischer. Das deutet darauf hin, dass sich Unternehmen dort unter den aktuellen Bedingungen eher in der Lage sehen, ihre Margen zu sichern.

Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen betrachten einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung derzeit als größtes Risiko für den B2B-Zahlungsverkehr. Danach folgen Kostendruck und geopolitische Instabilität. Atradius sieht deshalb in vielen Branchen bereits einen deutlichen Anstieg von Meldungen über ausgebliebene Zahlungen.

Vor diesem Hintergrund rät Frank Liebold Unternehmen dazu, ihre Liquidität konsequent zu sichern, Kreditlimite aktiv zu steuern und Forderungen stärker abzusichern. Denn jede verspätete Zahlung erhöhe den Druck in der gesamten Kette.

Das aktuelle Atradius-Zahlungsmoralbarometer beruht auf einer Befragung von 210 Unternehmen in Deutschland, die im ersten und zweiten Quartal 2026 durchgeführt wurde.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Atradius Kreditversicherung/Veröffentlicht am 27.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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