Möbliertes Wohnen sei kein Problemfall, der staatlicher Eingriffe bedürfe, sondern ein bewährtes Modell, das als Teil der Lösung begriffen werden müsse. Vor dem Hintergrund eines bekannt gewordenen Gesetzentwurfs zur weiteren Regulierung des Wohnungsmarktes warnt das Netzwerk Zeitwohnwerk vor erheblichen negativen Konsequenzen für das Wohnraumangebot, Investitionsbereitschaft und die Mobilität von Fachkräften. Im Netzwerk sind erfahrene Agenturen für möbliertes Wohnen in Deutschland zusammengeschlossen.
Nach Einschätzung der Geschäftsführer Sara Basad und Norbert Verbücheln könnten pauschale regulatorische Maßnahmen mehrere problematische Entwicklungen auslösen. So bestehe die Gefahr, dass dringend benötigte möblierte Wohnungen für Zeiträume zwischen sieben und 36 Monaten vom Markt verschwinden. Zudem sei zu erwarten, dass Eigentümerinnen und Eigentümer vermehrt den Verkauf ihrer Wohnungen in Betracht ziehen, anstatt diese weiterhin zu vermieten. Eine weitere Verknappung des Mietmarktes könne die bestehenden Verteilungskonflikte verschärfen. Darüber hinaus drohe ein seit rund vier Jahrzehnten funktionierendes Marktsegment nachhaltig beschädigt zu werden. Ein Vertrauensverlust könne dazu führen, dass Investitionen in Mietwohnungen zurückgehen. Auch der Neubau sei gefährdet, wenn das Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen schwinde.
Aus Sicht der Geschäftsführung handelt es sich bei möbliertem Wohnen weder um eine Randerscheinung noch um eine bloße Übergangslösung, sondern um ein eigenständiges Wohnmodell mit langjähriger Marktrelevanz. Die im Zeitwohnwerk organisierten Agenturen hätten bereits weit über 200.000 Menschen mit temporärem Wohnraum versorgt. Das Angebot richte sich gezielt an Fachkräfte, Projektmitarbeitende sowie Personen in beruflichen oder privaten Übergangsphasen – also an Gruppen, deren Bedarf durch den klassischen Mietmarkt strukturell häufig nicht abgedeckt werde.
Die Nachfrage nach zeitlich befristetem, möbliertem Wohnraum werde als hoch und stabil beschrieben. Gleichzeitig seien viele klassische Vermieterinnen und Vermieter nicht bereit, Wohnungen kurzfristig oder flexibel anzubieten. Möbliertes Wohnen fungiere daher als Ergänzung zum regulären Mietmarkt und ersetze diesen nicht. Pauschale Eingriffe könnten dieses Zusammenspiel erheblich beeinträchtigen.
Kritisch bewertet wird insbesondere ein im Gesetzentwurf diskutierter pauschaler Möblierungszuschlag von fünf Prozent. Nach Darstellung von Sara Basad von agent home in Stuttgart decke dieser weder die tatsächlichen Investitionskosten für hochwertige Ausstattung noch laufende Ausgaben für Instandhaltung, Ersatzbeschaffungen und Serviceleistungen. Pauschale Regulierungen würden nach Überzeugung der Geschäftsführung ein seit Jahrzehnten bewährtes Marktsegment destabilisieren. Eine Vermietung von möbliertem Wohnraum für Zeiträume von mehr als sechs Monaten sei unter solchen Rahmenbedingungen kaum noch wirtschaftlich darstellbar. Insgesamt schadeten solche Eingriffe dem gesamten Wohnungsmarkt.
Bereits jetzt lasse sich beobachten, dass dringend benötigte möblierte Wohnungen nicht mehr angeboten würden. Vermieterinnen und Vermieter entschieden sich zunehmend gegen eine Vermietung, da rechtliche Unsicherheiten und wirtschaftliche Risiken wüchsen. In der Folge würden Wohnungen dem Markt vollständig entzogen, anstatt zusätzlichen Wohnraum bereitzustellen.
Die Auswirkungen beträfen nicht nur das Segment des möblierten Wohnens. Wenn temporäre Angebote wegfielen, verlagere sich die Nachfrage auf ohnehin knappe langfristige Mietwohnungen. Dies erhöhe den Druck auf den Gesamtmarkt und verschärfe die Konkurrenz unter Wohnungssuchenden.
Neben den unmittelbaren Marktfolgen wird insbesondere ein langfristiger Vertrauensverlust befürchtet. Vertrauen sei eine zentrale Grundlage für Investitionsentscheidungen. Wenn Investoren und private Vermieter nicht mehr darauf bauen könnten, dass etablierte und funktionierende Modelle Bestand haben, sei mit einem Rückzug aus dem Markt zu rechnen.
Umfragen unter Vermieterinnen und Vermietern von agent home und Mr. Lodge zeigten zudem, dass die Möglichkeit der möblierten Vermietung maßgeblich zur Aktivierung von Wohnraum beitrage. Ohne dieses Modell würden zahlreiche Neubau- und Modernisierungsvorhaben nicht umgesetzt. Pauschale Einschränkungen gefährdeten daher nicht nur bestehende Angebote, sondern verhinderten auch zukünftige Investitionen.
Besonders kritisch wird auch die Diskussion über eine Begrenzung von Mietdauern gesehen. Die zeitliche Flexibilität sei ein zentrales Merkmal der möblierten Vermietung. Eine Deckelung der Mietzeiten würde dieses Modell faktisch aushebeln und mobilen Fachkräften sowie Menschen in Übergangsphasen eine passende Wohnform entziehen.
Abschließend wird betont, dass möbliertes Wohnen dem Markt keinen dauerhaften Wohnraum entziehe. Vielmehr schließe es eine strukturelle Angebotslücke, fördere die Mobilität von Fachkräften und setze Investitionsanreize im Wohnungsbau. Eine Schwächung dieses Segments würde ein über Jahrzehnte etabliertes Marktmodell beschädigen – mit weitreichenden Folgen für Angebot, Investitionen und Vertrauen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Zeitwohnwerk UG/Veröffentlicht am 13.02.2026












