Pflanzen am Balkongeländer oder auf einer außenliegenden Fensterbank sorgen auch in der kalten Jahreszeit für ein ansprechendes Erscheinungsbild. Allerdings reagieren viele Pflanzgefäße empfindlich auf Frost und können bei Minustemperaturen beschädigt werden. Entstehen dadurch Schäden oder kommt es zu Verletzungen durch herabfallende Teile, stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Darauf weist das Infocenter der R+V Versicherung hin.
Sinken die Temperaturen, besteht insbesondere bei Töpfen aus Ton, Keramik oder Kunststoff die Gefahr von Rissen oder Brüchen. Ursache ist häufig Wasser, das sich im Gefäß sammelt, bei Frost gefriert und sich ausdehnt. Lösen sich dadurch Teile und stürzen ab, kann dies für Passanten oder abgestellte Fahrzeuge gefährlich werden. Nach Einschätzung des Haftpflichtexperten Benny Barthelmann von der R+V Versicherung können Eigentümer in solchen Fällen haftbar gemacht werden, wenn es zu Personen- oder Sachschäden kommt.
Rutschgefahr vermeiden
Eine vergleichbare Verantwortung besteht, wenn aus Pflanzgefäßen Wasser auf den Gehweg gelangt und dort Eisflächen entstehen. In diesem Zusammenhang greift die Verkehrssicherungspflicht: Wer Blumentöpfe im Außenbereich anbringt, muss sicherstellen, dass hiervon keine Gefahr ausgeht.
Kommt es dennoch zu einem Schaden, ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein Anspruch auf Schadenersatz besteht. Ist dies der Fall, kann eine private Haftpflichtversicherung die Kosten übernehmen. Um Risiken zu reduzieren, empfiehlt Barthelmann, empfindliche Pflanzgefäße im Winter an geschützten Orten wie Hausflur, Keller oder Garage unterzubringen. Alternativ bieten sich frostbeständige Materialien an, darunter spezielle Kunststoffe, Metall, Keramik oder Fiberglas.
Weitere Hinweise des R+V-Infocenters:
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Gieß- und Regenwasser sollte zuverlässig abfließen können. Ein einzelnes Abflussloch reicht oft nicht aus. Wichtig ist, dass kein Wasser auf Gehwege oder darunterliegende Balkone tropft, um Eisbildung und Schäden zu verhindern.
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Pflanzgefäße profitieren davon, auf Füßen oder Holzleisten zu stehen. Dadurch kann Wasser besser ablaufen und der Boden des Topfes kühlt weniger stark aus.
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Am Balkongeländer angebrachte Töpfe müssen sturm- und bruchsicher befestigt sein. Spezielle Halterungen verhindern ein Verrutschen bei Wind.
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Regelmäßige Kontrollen auf Risse sowie auf stehendes Wasser helfen, Frostschäden frühzeitig zu erkennen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von R+V Infocenter/Veröffentlicht am 07.01.2026









